#Konzertfotografie: Wenns nicht rockt, isses fürn Arsch !

Aufnahmen mit Langzeitbelichtung, vielleicht sogar  mit bewegter Kamera, sind nicht grundlegend neu; und weitgehend zufallsabhängig. Wenngleich man durch z.B. vorhandene Farben, Strukturen sowie gezielte Bewegungen viel Einfluss auf das Ergebnis nehmen kann.

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Hier mein Ausstellungsbild „Tänzerinnen aus Arles“; blauer Abendhimmel Lampen und Autoscheinwerfer auf dem Marktplatz der südfranzösischen Stadt. Das Bild vom Hotelbalkon, bei der Aufnahme pastis-geschwängert tanzend, drückt meine kindliche Freude über das Eintauchen in van Goghs Welt aus (mein Projekt „van Gogh“).

Dazu inspiriert mich immer wieder Otto Steinerts „Subjektive Fotografie“, die nur eine Deutung der Realität darstellt, unter Ausnutzung  aller Toleranzen und aller Variationsverfahren. Die subjektive Interpretation des Betrachters ist nötig und seine Fantasie wird gefordert:

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mein Buchregal

Dies funktioniert auch superb z.B. bei der Konzertfotografie. Warum loten nur so wenige Menschen die unendlichen Möglichkeiten ihrer Kameras aus? Ganz am Rande: Fotos müssen nicht rauscharm sein (das scheint geradezu ein Zwang zu sein, man schaue sich im Gegenzug hierzu die begnadeten körnigen Athmo-Fotos der Jazzclubs aus den 50ern an). Fotos müssen auch nicht grundsätzlich scharf sein.

Langzeitbelichtungen in der Konzertfotografie sind megacool. Hier der halbsekündige Ausschnitt eines Gitarrensolo des texanischen Ausnahmegitarristen van Wilks:

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Oder Eberhard Klunker performte In-A-Gadda-Da-Vida in Berlin in Anwesenheit von Iron Butterflys Keyboarder Martin Gerschwitz… es heißt zur Entstehung des Titels, Doug Ingle habe den ursprünglichen Titel „In the Garden of Eden“ nach dem Genuss von mehr als zweieinhalb Litern Wein so ausgesprochen … mit Langzeitbelichtung und Kamerabewegung der spontane Versuch bei Eberhards Konzert, das, sowie die psychodelische Aura seiner Entstehung 1968, nachzuempfinden:

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Kein Netz, kein doppelter Boden, authentische Farben, try and error. Was soll schlimmstenfalls passieren, ausser ein außergewöhnliches, aus der trüben Masse herausstechendes, Foto zu erschaffen !

Diese Art Aufnahmen wirken initial immer etwas flau. Sinniger Weise sollte man, des immensen Potentiales wegen, in RAW fotografieren und in der Postproduktion Kontraste und Sättigung (in Nik Color Efex z.B. Detail Extractor oder Tonal Contrast) zu pimpen. Ggf ergänzend die Microkontraste mit einer „umgedrehten Unschärfemaskierung“ (Stärke 30, Radius 30-70, Schwellenwert 2-3) anzuheben. That’s all. Weiteren Bearbeitungsmöglichkeiten sind natürlich keine Grenzen gesetzt . Nur wenn das Ergebnis nicht rockt, isses fürn Arsch !

 

 

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